Werke des Heimatdichters Johann Peter

Der Ochsenhansel

Wie mir die Lust zum Tanzen verging Und dann rennen wir!

Auszug aus seinen Werken    Der Richterbub (derzeit nicht erreichbar)

Der Weinkeller
aus  "Sitten und Bräuche im niederösterreichischen Weinlande"

Indem ich diese Zeilen niederschreibe, taucht vor meinem geistigen Auge wieder das zauberhafte bild eines niederösterreichischen Weinlanddorfes und eines urwüchsigen, freudenbescherenden Kellerlebens auf, an dem ich mich in schöner Zeit so reich erquicken durfte, so daß mir die fünfzehn Jahre meines Aufenthaltes im Weinlande wie ein goldener Traum dünken. Und da seh‘ ich’s so klar vor mir, das liebliche, rebenumgürtete, von Obstgärten beschattete Dörfchen mit seiner freundlichen Kirche und seinem anheimelnden Schulhause, und die "Kellergassen" sind mir so nahe und so vertraut, als müßte ich nur einen Fuß vorsetzen, um wieder in ihnen zu wandeln und den so gern gehörten Ruf zu vernehmen: "Herr Lehrer, ein Glas Wein gefällig ?"

In jedem Dorfe Niederösterreichs gibt es sogenannte Hauskeller und dann die eigentlichen Weinkeller. Der Hauskeller befindet sich entweder im Hause selbst oder in unmittelbarer Nähe und birgt in seiner Tiefe nur wenige kleine Fässer, die den "Haustrunk" einschließen, jenen minderwertigen Wein, den der Bauer seinem Gesinde und den Taglöhnern auf dem Felde vorsetzt. Dieser Haustrunk ist ein Gemisch von allen möglichen Weinsorten, die in einem Keller finden sind; er besteht aus Überbleibseln vom Weinablassen, also aus Faßresten, und auch der "Gelägerwein" wird ihm beigemischt. Da nichts Unechtes dabei vorkommt, so schmeckt er noch immer gut und erfrischt körperlich und geistig, so daß sich die Arbeiter keinen besseren Trunk wünschen.

Der eigentliche Weinkeller aber liegt fast immer ziemlich weit außerhalb des Dorfes. Hier findet man buchstäblich förmliche Kellergassen, Hohlwege, in denen sich Keller an Keller reiht, und wo sich an Sonn- und Feiertagen, sowie in den langen Winternächten ein feuchtfröhliches, urwüchsiges Leben entfaltet. Durch solch eine Kellergasse zu wandeln, hat einen ganz besonderen Reiz, wenn drinnen ein frisches Leben pulsiert. Da stehen die Kellertüren offen, und lautes Gespräch dringt auf die Gasse heraus. Der Hauer ist in seiner Weinfreude nicht neidish und übt gern Gastfreundschaft. Geht ein guter Freund oder gar ein Großer des Dorfes, etwa Pfarrer oder Lehrer, an einem offenen Keller vorüber, so ist es eine selbstverständliche Sache, daß man ihn auf ein Glas Wein einladet, und aus dem einen Glase werden in der Regel mehrere.

"Sitten und Bräuche im nö. Weinlande" kann beim Kulturbund Weinviertel (Tel. 02572/3844, Fax 02572/38443) zum Preis von ATS 195,-- bestellt werden.
Die Broschüre "Im tiefen Keller" - herausgegeben vom Bildungs- und Heimatwerk NÖ und dem Dorferneuerungsverein Großmeiseldorf - ist beim Gemeindeamt Ziersdorf zum Preis von EUR 8,-- zu beziehen.