Sehenswertes aus Großmeiseldorf


Pfarrkirche bei Nacht
Pfarrkirche

Dreifaltigkeitssäule an der Dorfstraße
Dreifaltigkeitssäule


Marterl und Kleindenkmäler

Dorfstrasse anno dazumal
Alte Ansichten

 

Die Pfarrkirche von Großmeiseldorf
Auszug aus der Großmeiseldorfer Heimatmappe verfasst und herausgegeben von OSR Lorenz Fischer

Der Ort gehörte bis 1780 zur Pfarre Ravelsbach. Nur ein kleines Glockenhäuschen war an der Hütte des Weinhüters angebracht. Abt Urban II von Melk setzte sich für den Bau eines Bethauses ein, und so konnte der Grundstein der Kirche ,,zur Hl.Dreifaltigkeit und zum Apostel Bartholomäus" gelegt werden.

Der Kirchenbau hat eine eigene Geschichte. Anlässlich der neuen Pfarrgründungen unter Joseph II sollte auch in dieser Gegend eine Pfarrkirche gebaut werden, um die sich die drei Gemeinden Pfaffstetten, Ebersbrunn u. Gr.Meiseldorf bewarben. Am 5.Mai 1780 kam vom Passauer Konsistorium die Bewilligung zur Errichtung eines Bethauses. Die Gemeinde Gr.M. gab vor, den Bauplatz für ein Bethaus abzustecken. Zur Nachtzeit setzte aber Dorfrichter Pögl listigerweise die Bezeichnung des Baugrundes hinaus und rasch wurde am folgenden Tag (19.Juni 1780) mit dem Bau begonnen. Das konnte natürlich nicht lange verborgen bleiben und es erhob sich in den Nachbarorten ein gewaltiger Lärm. Doch der fromme Eifer in der Gemeinde, den Ortsrichter an der Spitze, drang durch. Kaiser Joseph II hatte damals einen Kammerheizer aus Gr.Meiseldorf im Dienst, der den Monarchen um eine Audienz für die Abgesandten seiner Gemeinde bat und Fürbitte für sie einlegte. Der Monarch antwortete ihnen mit freundlichen Worten: "Geht nur getrost nach Hause, liebe Kinder, euren Bau wird man nicht länger hindern, und ein Pfarrer soll auch nicht lange mehr ausbleiben."

Das angefangene Werk wurde durch den Baumeister Weißkircher aus Schöngrabern vollendet und am 23.Nov.1783 durch Dechant Wurst von Schöngrabern benediziert. Das Stift Melk übernahm die Besetzung der Pfarre, die Dotierung des Pfarrers, sowie das Patronat über Kirche und Schule. Das Stift baute dann auch den Turm und den hübschen einstöckigen Pfarrhof. Der erste Pfarrer war der ehemalige Kooperator zu Ravelsbach, P. Romuald Reichenschläger.

1785 wurde das Viertel unter dem Manhartsberg vom Bistum Passau abgetrennt und der Wiener Diözese, Dekanat Sitzendorf, eingegliedert. Die erste kanonische Visitation fand (1786) unter Kardinal Migazzi statt.

Der Turm war zuerst mit rotgestrichenen Schindeln, 1861 mit Blech eingedeckt worden. Da ein Sturm Teile des Blechdaches herabgerissen hatte, ließ P. Raymund Heid 1949 vom Spenglermeister Zwach (Gr.Weikersdf.) das Dach mit Kupferblech decken.

Die beiden ersten eisernen Turmkreuze waren bald ganz verrostet und durchlöchert. Als der hier gebürtige Pfarrer Wolfgang Lauer das kunstreich gearbeitete Kreuz, welches auf dem Turme der abgebrochenen Kirche St.Johann in der Praterstraße in Wien gestanden, durch glücklichen Zufall als Eigentum erhalten hatte, spendete er es seiner Heimatkirche. Die Gemeinde ließ es auf ihre Kosten vergolden, und so wurde dieses Meisterwerk von Schlosserarbeit am 4. Sept.1861 feierlich an der Turmspitze festgemacht. Wolfgang Lauer in seiner Ansprache: "O,Menschen! Wenn euch das Kreuz, das so prächtig seine Arme über unseren lieben Ort ausstreckt, in die Augen fällt, so sehet solches nicht mit Gleichgültigkeit, denn es ist das Zeichen unserer Erlösung!"

Das Kircheninnere

Hochaltar: Das Hochaltarbild stellt die Heiligste Dreifaltigkeit dar (Patrozinium der Kirche am Dreifaltigkeitssonntag). Der obere Gastwirt Franz Gnedt ließ es im Jahre 1802 vom Maler Martin Grassinger aus Maissau nach einer Kopie des alten schadhaft gewordenen Altarbildes (das von Prof. Schmidt in Wien, St.Stephan, herrühren soll, )anfertigen. Zu beiden Seiten des Hochaltars sind an den Wandpfeilern die schön gearbeiteten Statuen des hl. Martyrers Sebastian, von Pfeilen durchbohrt, und des hl. Rochus, mit der Wunde am Bein und dem Hund, angebracht.

Kreuzaltar: Der rechte Seitenaltar ist ein Passionsaltar mit sehr schönen Altarblättern. Das obere und größere stellt den sterbenden Erlöser am Kreuze dar und stammt vom Maler Grassinger aus Maissau. Es ist ein Geschenk des Wirtschaftsbesitzers Karl Wunderer. Das untere, die Abnahme des Herrn vom Kreuz, malte Anton Mayer zu Stein, ein Schüler des Kremser Schmidt.

Josefsaltar: Der Seitenaltar auf der Evangeliumseite hat ein einzig, schönes Altarblatt, welches des hl. Josef mit dem Jesukind darstellt, in den Wolken schwebend und von vielen Engeln umgeben. Auf Erden sind die beiden frommen Regenten Kaiser Heinrich und Markgraf Leopold III. ,der Heilige in anbetender Haltung dargestellt. Der Meister dieses schönen Werkes ist unbekannt, es dürfte der k.k. Hofmaler Joh. Gottfried Auerbach (Wien,gest.1753) sein.

Johannes v. Nepomuk: Der Kanzel gegenüber ist der Symmetrie wegen eine hölzerne Statue des hl. Johannes von Nepomuk in Lebensgröße unter einem Blechdach angebracht. Diese Statue und der Taufstein stammen aus der Schloßkapelle in Vöslau.

Kreuzwegbilder wurden von Johann Wahnbacher aus Krems gemalt, die Rahmen vom hiesigen Tischlermeister Anton Bernold gemacht (Vergolder: Aufmuth aus Wien) und 1839 aufgestellt. P. Villavicencio ließ sie in den letzten Jahren renovieren und frisch vergolden.

Musikchor: Er wurde 1816 erweitert, abgeteilt, und erhielt seine jetzige Gestalt. Die erste Orgel stammte von dem Orgelbauer Ignaz Gatto in Krems.(1808). Die zweite Orgel wurde von der Gemeinde im Jahre 1910 angeschafft. Sie wurde vom Hoforgelbauer Swoboda in Wien gebaut und hat 1 Manual, Pedal und 7 Register. Orgelbauer Hradetzky aus Krems (gleichzeitig Weltmeister im Kahnfahren) hat die Orgel zweimal überholt.

Die Glasfenster, rechts und links vorn Hauptaltar sind ein Geschenk von Leopold und Franziska Eckhardt.

Der große Kirchenluster wurde von Leopold Lembacher 1947 der Kirche gespendet. P. Franz Villavicencio ließ eine Vorrichtung durch meinen Sohn Ernst anbringen, dass man den Luster heben, senken, oder in jeder Lage festhalten konnte.

Geläute: Zuerst gab es im Turm 5 Glocken; 2 davon waren 1582 in Wien gegossen, die übrigen aus aufgehobenen Klöstern hiehergebracht. Im ersten Weltkrieg mussten drei, im zweiten 2 große Glocken abgeliefert werden. 1921 wurde eine neue Glocke angekauft. Am 6.2.1949 erlebte die Ortsbevölkerung ihre denkwürdige Glockenweihe. Das kleine Sterbeglöcklein wurde bei dieser Gelegenheit ebenfalls umgegossen, damit die 3 neuen Glocken in schönster Harmonie zusammenklängen. Glockengießer: Josef Pfundner, Wien X. Die größte (Heimkehrerglocke) trägt die Inschrift: "Dank für glückliche Heimkehr" und ist der hl. Dreifaltigkeit, die mittlere ist unserer lieben Frau geweiht. In ehernen Lettern fleht die Glocke mit uns: "Maria, sei uns Schutz und Schirm!" "Hl. Josef, sei unser Sterbepatron!" sind die Worte, die das Sterbeglöckchen trägt. Der Abt des Stiftes Melk mit den hochw. Herren der umliegenden Pfarren nahm die Weihe der Glocken vor.

Glocke Gewicht Durchmesser Ton
I. 520 kg 96 cm as
II. 257 kg 75 cm c
III. 165 kg 64 cm es

Im Jahr 2009 wurde der Glockenstuhl erneuert.

zurück zum Seitenanfang

 

Dreifaltigkeitssäule

Dreifaltigkeitssäule
Auszug aus der Großmeiseldorfer Heimatmappe verfasst und herausgegeben von OSR Lorenz Fischer

Vor dem Hause Nr.11 steht eine aus Sandstein gehauene Dreifaltigkeitssäule. Die Gemeinde ließ dieselbe unter dem Dorfrichter Bernhard Schleinzer im Jahre 1717 zum Andenken der im Jahre 1713, hier wütenden Pest errichten. Am oberen Gesimse stehen die Pestpatrone: der hl. Rochus u. hl. Sebastian, im Basrelief die hl. Rosalia. Um die Säule windet sich die Inschrift: "BeMeDiCta (=benedicta) sit sanCta et indiVidua TrInItas." An der Rückseite des Postamentes: "Deo Triati ereCta sit et pie saCrata SuMpibus nostrI pagI. Renovata 1802." Beide Chronographiken enthalten die Jahreszahl 1717 (MDCCXVII).

zurück zum Seitenanfang

 

Marterl und Denkmäler
Auszug aus der Großmeiseldorfer Heimatmappe verfasst und herausgegeben von OSR Lorenz Fischer

Das Schierer Kreuz in der Erlengasse stammt vom Jahre 1636. Es wurde 1836 renoviert.

Unweit der Mühle steht der ,,Ecce homo". Die Steinsäule wurde an der Stelle errichtet, wo ein Bauer durch den umgestürzten Wagen den Tod fand, von dessen Witwe im Jahre 1760 aufgestellt.

Am Ortseingang steht eine im Jahre 1898 von Leopold Eckart errichtete Maria-Lourd-Statue.

FlorianiBeim Haus Nr. 1 zu Beginn der Kellergasse (auch ,,Saugasse" genannt) befindet sich die Statue des hl. Florians (siehe Bild rechts), des Feuerpatrons, mit der Jahreszahl 1636 (ren. 1736). Jedes Jahr im Mai findet ein Bittgang dahin statt.

Das "Knell'n Kreuz" nennen die Leute die steinerne Kreuzsäule im Judengraben beim Knell (Schierer) Keller. Es trägt die Jahreszahl 1679 und wurde zum Gedenken der vorletzten großen Pest errichtet.

An der oberen neuen Gartenbachbrücke steht die Statue des hl. Johannes von Nepomuk. Die Rückseite trägt die Inschrift: "Philipp 0ggger Anna Maria, den 14.Jänner 1724".Links steht: "Renoviert durch Anton Hainzl, welcher am 11.April 1915 den Heldentod in den Karpathen fand."

Auf der linken Seite der ansteigenden Böhmerstraße steht eine Steinsäule mit der Jahreszahl 1770, sie ist dem s .Donati geweiht. 100 Meter dahinter erblickt man das Bild des gekreuzigten Heilandes auf Blech gemalt. Es wurde 1984 durch Frau Leopoldine Frank erneuert.

Am Neuweg stehen drei fromme Marterl. Das erste, ein Steinkreuz ,ist der heiligsten Dreifaltigkeit geweiht. Scholly KreuzAn der Ravelsbacher Freyt (Grenze) throhnt das Scholly-Kreuz (siehe Bild rechts), so benannt, weil es in Schollys Weingarten steht. Es wurde zu Ehren der unbefleckten Empfängnis der hl. Jungfrau Maria errichtet. Die Jahreszahlen sind unlesbar geworden.

Von der Hohenwartherstraße gegenüber dem Transformator zweigte ein Feldweg nach Ebersbrunn ab. Dort stand das Urlauberkreuz. Da gab es einen alten, schönen Brauch. Wenn jemand eine Buß- und Fußwallfahrt nach Maria Zell unternahm, so begleiteten die Angehörigen und Bekannten den (oder die) Pilger bis zum Urlaubskreuz, wo sie dann voneinander Abschied (Urlaub) nahmen. Da durch die Kommassierung der Feldweg aufgelassen wurde, ließen Eduard u. Maria Kirschka 1965 das desolat gewordene Marterl erneuern. Es wurde weiter an die Straße hinausgerückt. 

 

Die im Jahr 2003 von Walter Kopp renovierten Marterl:
letten28.jpg (37539 Byte) knellkreuz24.jpg (27264 Byte) schiererkreuz22.jpg (32095 Byte)
An der Böhmerstraße Knell Kreuz Schierer Kreuz

Kapellen

Auf der Straße nach Pfaffstetten ließen Rudolf u. Theresia Roch Nr.27 eine Kapelle erbauen, ebenso nahe der Mühle Ignaz und Maria Autherith Nr. 21 eine zweite Kapelle im Jahre 1915 errichten, die von Fr. Rosa Mayer liebevoll betreut wird.

 

Roch-Kapelle

zurück zum Seitenanfang